Auch wenn wir heute wieder Bedenken gegenüber dem Suchmaschinen-Riesen Google äußern, wollen wir hier keinen Shitstorm starten. Aber die Nachricht, die seit Kurzem im Internet kursiert, dass Google über seine Tochter Youtube die Einführung eines eigenen Musikstreamingdienstes plant, könnte den Musikstreaming-Markt neu sortieren.

Nicht nur die enorme Marktmacht, die ein solcher Dienst wohl generieren könnte (außer er bleibt ähnlich erfolgreich wie Google+) ist kaum vorstellbar. Konkurrenten wie Spotify, Simfy, napster und das neu gegründete Ampya müssten vermutlich große Einbußen der Nutzerzahlen hinnehmen. Was aber noch viel größeren Einfluss auf die Zukunft der Musikstreaming-Dienste haben könnte, ist die Tatsache, dass Google im Vergleich zu den anderen Marktteilnehmern auf ein Vielfaches an Kundendaten zurückgreifen kann – die NSA wäre neidisch.

Für Werbetreibende wäre die Plattform also wesentlich lukrativer, denn Sie könnten über die Informationen, die Google bereit hält, ihre Werbung zielgruppengenau verteilen. Auch das von uns neulich erwähnte Location-based-advertising könnte in ganz neue Dimensionen wachsen. Denn Google Latitude weiß (wenn Sie es nicht deaktiviert haben) nicht nur wo Sie sich gerade aufhalten, sondern auch wo Sie arbeiten, wohnen und Ihr Feierabendbier trinken.

Das mag für manche fast schon nach einem neuen Teil von Orwells 1984 klingen, aber die Datenschutz- und Überwachungsdebatten, die derzeit in aller Munde sind, haben ihre Begründung. Wir lieben das Internet und seine Möglichkeiten, aber auch unsere Privatsspähre, zumindest das was von ihr noch übrig ist.

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